{"id":35315,"date":"2022-01-23T14:13:51","date_gmt":"2022-01-23T14:13:51","guid":{"rendered":"https:\/\/guillaumebesson.com\/alles-tanzt\/"},"modified":"2022-06-12T10:58:15","modified_gmt":"2022-06-12T10:58:15","slug":"alles-tanzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guillaumebesson.com\/el\/2022\/01\/23\/alles-tanzt\/","title":{"rendered":"Alles Tanzt!"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column][vc_column_text]<strong>Bewegende Bilder oder den Tanz im Augenblick festhalten<\/strong><\/p>\n<p><em>Tanzfotografie ist eine einzigartige Kunstform, die mich seit etlichen Jahren mehr und mehr fasziniert. Als ich 2009 in Syrien die Gelegenheit hatte, \u00fcber die Damascus Contemporary Dance Platform zu berichten, wurde in mir als jungem Fotografen und Journalisten ein gro\u00dfes Interesse an der universellen K\u00f6rpersprache des Tanzes geweckt, die geheimnisvoll, aber gleichzeitig immer auch verst\u00e4ndlich erscheint. Anhand meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung m\u00f6chte ich einige Gedanken \u00fcber die Beziehung zwischen Tanz und Fotografie mitteilen und damit das Ziel meines Forschungsprojekts \u201eAlles tanzt!&#8221;, das durch die Unterst\u00fctzung von <a href=\"https:\/\/www.dis-tanzen.de\/antragstellung\/dis-tanz-solo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DIS-TANZ-SOLO<\/a> erm\u00f6glicht wurde, verdeutlichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Corona-Pandemie hat meine fotografische Arbeit drastisch reduziert, auch weil Theater, Museen, Kunstgalerien und Bildungseinrichtungen ganz oder teilweise geschlossen waren. Inmitten der Ungewissheit und der Lebens\u00e4ngste, die diese Situation auch in mir erzeugte, kam mir der Gedanke, dass die Pandemie auch eine Art von Aufruf sein k\u00f6nnte, neue Wege des Denkens und Sehens durch das Prisma der Fotografie zu suchen. Die Tatsache, dass ich lange Zeit in meiner Wohnung isoliert war, war frustrierend. Aber sie gab mir auch genug Zeit, um in mein Fotoarchiv mit \u00fcber 60.000 RAW-Aufnahmen einzutauchen, die zwischen 2010 und 2021 bei Proben, Live-Tanzperformances, Choreografie-Workshops und Tanz-Events in st\u00e4dtischen R\u00e4umen entstanden sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Jahr 2010 markiert den Beginn meiner Zusammenarbeit mit Kosmas Kosmopoulos, dem k\u00fcnstlerischen Leiter und Choreografen der Initiative LUNA PARK, die bis heute faszinierend und visuell herausfordernd ist. Diese Zusammenarbeit hat mich zu einigen meiner aufregendsten Fotos inspiriert und mich motiviert, intuitive Techniken zu finden, um die fl\u00fcchtigen Momente des Tanzes im Bild festzuhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Arbeit an meinem Archiv erm\u00f6glichte es mir, meine Herangehensweise an die \u00c4sthetik der Fotografie in zweifacher Hinsicht zu \u00fcberdenken und zu erweitern: aus der Sicht des kreativen und produzierenden K\u00fcnstlers, aber auch aus der Distanz des blo\u00dfen Betrachters. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich waren nicht nur die Momente des Tanzes selbst von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Findung einer neuen Tiefe, eines neuen Bezugspunkts in meiner fotografischen Praxis. Es waren auch die Momente des stillen Nachdenkens \u00fcber den Tanz, eingefangen vom menschlichen Auge (oder dem Auge der Kamera). So habe ich mich auf meiner fotografischen Reise in der Welt des Tanzes zum Beispiel oft gefragt, wie ich die Grenzen zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie, zwischen Realit\u00e4t und Fantasie, aufl\u00f6sen kann. Eine einfache Antwort, die sich im Laufe der Untersuchung ergab, ist, dass Tanzfotografie sowohl als k\u00fcnstlerisches als auch als dokumentarisches Genre funktioniert. In jedem Fall ist die Tanzfotografie eine einzigartige Kunstform, die eine sekundenschnelle Bewegung einf\u00e4ngt und in einem immer wieder abrufbaren Medium visuell bestehen l\u00e4sst. Als Auff\u00fchrungskunst ist der Tanz wahrhaftig ephemerer Natur. Er findet an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit statt. Ist die t\u00e4nzerische Auff\u00fchrung beendet, ist der Tanz gewisserma\u00dfen verschwunden. Was er bei den Auff\u00fchrenden und den Zuschauern hinterl\u00e4sst, sind Spuren der Erinnerung, die im Laufe der Zeit verblassen. Gute \u2013 vielleicht die einzigen \u2013 Mittel, dieses Verblassen aufzuhalten und das Erlebte zu bewahren, sind Fotografie und Film.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine weitere Frage, die mich h\u00e4ufig besch\u00e4ftigt, ist, wie die Fotografie die schwer fassbare zeitliche Dimension des Tanzes einfangen kann. W\u00e4hrend der Tanz eine flie\u00dfende und kontinuierliche Bewegung in Zeit und Raum ist, fragmentiert die Fotografie die Zeit und zerbricht den Raum. Mit anderen Worten: Die Fotografie zeigt den Tanz unweigerlich ohne Bewegung. Und genau hier liegt die lange historische Beziehung zwischen Tanz und Fotografie. Die meisten Menschen, die sich f\u00fcr Tanz oder Fotografie interessieren, werden feststellen, dass es einige Bilder gibt, die sie auf kin\u00e4sthetische Weise ansprechen, Bilder, die sich offensichtlich nicht bewegen, aber doch den Eindruck der Bewegung vermitteln. Die angeborene F\u00e4higkeit des Betrachters, ein Bild, das Emotionen durch K\u00f6rperbewegungen ausdr\u00fcckt, zu &#8220;lesen&#8221;, wurde als kin\u00e4sthetische Empathie definiert. Wenn das Ziel die Bewegungskommunikation ist, muss das fotografische Bild bereit sein, sich zu bewegen, und das ist es, was viele namhafte Theoretiker als die zentrale Kraft der effektiven Fotografie beschrieben haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Tanzfotografie ist f\u00fcr mich jedoch nicht nur die Suche nach dem einen perfekten Foto, das Bewegung vermittelt. Es ist mein Bestreben, die Gef\u00fchle dieser Bewegungen wiederzugeben und zu vermitteln, die k\u00fcnstlerische Kluft zwischen der Tanzsprache und der Realit\u00e4t, die sie zu beschreiben versuchen. Die Bewegungen des tanzenden K\u00f6rpers sind durch st\u00e4ndige Interaktion mit den r\u00e4umlichen und zeitlichen Gegebenheiten der Natur gepr\u00e4gt, die sich in einem Satz zusammenfassen lassen, der mich zum Titel meines Projekts inspiriert hat und der von der amerikanischen Dichterin und Aktivistin Maya Angelou stammt: &#8220;Alles im Universum hat einen Rhythmus. Alles tanzt.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend ich mein Archiv durchging und jedes Foto wieder und wieder betrachtete, entstand die Idee, einen Bildband mit den besonderen visuellen Realit\u00e4ten zu schaffen, die die Poetik des Tanzes (wieder) pr\u00e4sentieren. Nachdem ich sechs Monate mit der Bearbeitung der Fotos verbracht hatte, verf\u00fcgte ich \u00fcber die Grundlage f\u00fcr die Gestaltung eines solchen Bildbands mit Motiven, die den Betrachter dazu einladen, den Emotionen und der Sinnhaftigkeit des tanzenden K\u00f6rpers in Zeit und Raum nachzusp\u00fcren. Der Bearbeitungsprozess umfasst die sorgf\u00e4ltige Nachbearbeitung der Raw-Formate, es geht um die Ausgewogenheit der positiven und negativen Bereiche in jedem einzelnen Bild mit seinen jeweils einzigartigen Kontrasten, Schatten, Lichtern und Farben.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Bildband wird eine breite Palette von Fotos enthalten, die einige der vielen Wege illustrieren, auf denen Tanz entsteht, wie z. B. die Konzeption, das Experimentieren, das Proben und schlie\u00dflich die Inszenierung der fr\u00fchen und neueren choreografischen Arbeiten von LUNA PARK. Einige Motive zeigen die F\u00e4higkeit der T\u00e4nzer, ihre technische Virtuosit\u00e4t in exquisite Emotionen und verk\u00f6rperte Tanzerfahrungen zu verwandeln. Andere Fotos zeigen die reine Freude an der Bewegung und die Ausdrucksfreiheit von Kindern, meist mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, in Tanz- und Theaterworkshops und in mit ihnen inszenierten Auff\u00fchrungen. Der Kontakt zwischen professionellen T\u00e4nzern und Kindern in diesen meist ortsspezifischen Pr\u00e4sentationen bietet eine faszinierende visuelle Kulisse, in der Tanz, Fotografie und physische Umgebung auf poetische Weise verschmelzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die im Bildband enthaltenen Fotografien werden ein Wechselspiel zwischen dokumentarischer und k\u00fcnstlerischer Komposition sein. Insgesamt zeigen sie die Kontinuit\u00e4t und Entwicklung der k\u00fcnstlerischen Arbeit von LUNA PARK, aber auch die gro\u00dfen Herausforderungen, denen sich ein Fotograf stellen muss, um die Bedeutung des Tanzes zu erfassen und zu bewahren. Der Bildband k\u00f6nnte den Titel &#8220;Stills, Moving Images&#8221; oder auch den des Projekts tragen \u201eAlles tanzt.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Ich freue mich auf den Gedankenaustausch zu dieser Arbeit, mit Praktikern und Theoretikern aus dem Bereich Tanz und Fotografie.<\/em><\/p>\n<p><em>Giovanni Lo Curto<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<div class=\"df-element df-lite\"  data-slug=\"35432\" data-_slug=\"35432\" data-title=\"\" id=\"df_35432\" data-option=\"df_option_35432\" ><\/div><script class=\"df-shortcode-script\" type=\"application\/javascript\">window.df_option_35432 = {\"source\":\"https:\\\/\\\/guillaumebesson.com\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022\\\/01\\\/Alles-Tanzt-final.pdf\",\"viewerType\":\"flipbook\",\"showDownloadControl\":false,\"slug\":\"35432\",\"id\":35432}; if(window.DEARPDF && window.DEARPDF.parseElements){window.DEARPDF.parseElements();}<\/script>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]\u201eGef\u00f6rdert durch die Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland.\u201c[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8221;1\/3&#8243;][ohio_clients_logo layout_type=&#8221;overlay&#8221; appearance_once=&#8221;0&#8243; image_logo=&#8221;33429&#8243; title_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221; description_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221;][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/3&#8243;][ohio_clients_logo layout_type=&#8221;overlay&#8221; appearance_once=&#8221;0&#8243; image_logo=&#8221;26438&#8243; title_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221; description_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221;][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/3&#8243;][ohio_clients_logo layout_type=&#8221;overlay&#8221; appearance_once=&#8221;0&#8243; image_logo=&#8221;26442&#8243; title_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221; description_typo=&#8221;{&#8220;font_size&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;line_height&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;letter_spacing&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;color&#8220;:&#8220;&#8220;,&#8220;weight&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;style&#8220;:&#8220;inherit&#8220;,&#8220;use_custom_font&#8220;:false}&#8221;][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Bewegende Bilder oder den Tanz im Augenblick festhalten Tanzfotografie ist eine einzigartige Kunstform, die mich seit etlichen Jahren mehr und mehr fasziniert. 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